Die Hoffnung aufgeben
wie einen Brief ohne Adresse
Nicht zustellbar
und an niemanden gerichtet
Wie eine Last
Wie jener Marmorblock
der mir immer aufs neue entglitt
bis ich einsah es sei
kein Sinn in der Mühe
ihn wieder und wieder
auf mein besseres Wissen zu wälzen
Eine unheilbare Hoffnung
durch Schmerz zum Schluß
unerträglich
ein eingewachsener Fremdkörper
verkrustet und knochenhart
Unding
das mir nicht gehört und dem ich
nicht gehören will
Die schwerste Aufgabe ist:
aufgeben können
Wer mit der Hoffnung anfängt
hat seine Lektion schon
gelernt.
Dienstag, 1. November 2011
Mittwoch, 19. Oktober 2011
Lenkdrachen
Letzte Boote, Inseln,
Satelliten am
Nordhimmel. Bis das Ruder schweigt,
ziehe ich die Netze,
fange den ins Wasser geglittenen
Lenkdrachen,
über den ich nie
Kontrolle hatte.
Ich wende allein. Ich kenne
den Steg, das Tau,
den Pfahl.
Satelliten am
Nordhimmel. Bis das Ruder schweigt,
ziehe ich die Netze,
fange den ins Wasser geglittenen
Lenkdrachen,
über den ich nie
Kontrolle hatte.
Ich wende allein. Ich kenne
den Steg, das Tau,
den Pfahl.
Klack
I.
Es kam schon vor, dass ich zur Liebe fand, während ich meine Füße eincremte. Vielleicht traf ich dabei den richtigen Nerv. Jedenfalls muss man ganz schön lange drehen, bis man die Tube aufhat. Ich muss aber auch zugeben, oft ging mir der Frieden wieder verloren, während ich mit dem Teewasserthermometer im Teewasser herumstocherte und gegen Kalkablagerungen kämpfte, um bei mir selbst zu bleiben. Ich wusste eigentlich noch nie etwas über mich selbst, ich aß lieber rote Weintrauben. Zehn, Zwanzig auf einmal, dass mein Schmatzen das Geräusch der gähnenden Leere übertönte, bis keine Gefahr mehr bestand, angesteckt zu werden von Angst.
II.
Ich habe eine Plastikblume, die bewegt sich im Sonnenlicht. Meistens aber nicht, denn das Licht reicht nicht für die kleine Solarzelle. Man muss sie anstupsen, damit sie ihr Köpfchen bewegt. Es macht dann Klack, Klack, wenn sie von einer zur anderen Seite kippt. Klack, Klack, Klack, Klack. Das ist verständlich.
II.
Dann geht es nicht weiter. Man kollabiert einfach daran.
Und das ist der Schritt.
Es kam schon vor, dass ich zur Liebe fand, während ich meine Füße eincremte. Vielleicht traf ich dabei den richtigen Nerv. Jedenfalls muss man ganz schön lange drehen, bis man die Tube aufhat. Ich muss aber auch zugeben, oft ging mir der Frieden wieder verloren, während ich mit dem Teewasserthermometer im Teewasser herumstocherte und gegen Kalkablagerungen kämpfte, um bei mir selbst zu bleiben. Ich wusste eigentlich noch nie etwas über mich selbst, ich aß lieber rote Weintrauben. Zehn, Zwanzig auf einmal, dass mein Schmatzen das Geräusch der gähnenden Leere übertönte, bis keine Gefahr mehr bestand, angesteckt zu werden von Angst.
II.
Ich habe eine Plastikblume, die bewegt sich im Sonnenlicht. Meistens aber nicht, denn das Licht reicht nicht für die kleine Solarzelle. Man muss sie anstupsen, damit sie ihr Köpfchen bewegt. Es macht dann Klack, Klack, wenn sie von einer zur anderen Seite kippt. Klack, Klack, Klack, Klack. Das ist verständlich.
II.
Dann geht es nicht weiter. Man kollabiert einfach daran.
Und das ist der Schritt.
Montag, 17. Oktober 2011
Baustelle
Das Fenster muss aussehen wie leer,
auch wenn da vertrocknete Blumen stehen.
Die muss schnell einer holen.
Es muss leer sein, das Fenster, denn
ein stabiles Haus baut an mir und es hat kein Dach.
Und seine Türrahmen sind leer /auch wenn da schon Perlenvorhänge
nicht hängen nicht hängen!
Da gibt es nichts
zu befürchten.
auch wenn da vertrocknete Blumen stehen.
Die muss schnell einer holen.
Es muss leer sein, das Fenster, denn
ein stabiles Haus baut an mir und es hat kein Dach.
Und seine Türrahmen sind leer /auch wenn da schon Perlenvorhänge
nicht hängen nicht hängen!
Da gibt es nichts
zu befürchten.
Freitag, 14. Oktober 2011
Unverrückbar
Da bist du einer, der ins Nichts geht. Ja, manchmal vernebelt sich alles, das sind Wolken, Gaslandschaften.
Oder du wirst verrückt? Du brauchst aber ja nicht dahin zu gehen, wo gar nichts ist.
Bleib einfach hier.
(...und das Nichts hat seine Grenze, genau da.)
Oder du wirst verrückt? Du brauchst aber ja nicht dahin zu gehen, wo gar nichts ist.
Bleib einfach hier.
(...und das Nichts hat seine Grenze, genau da.)
Stille, wo ist dein Ort in mir?
Ich lieg im Sumpf, da ist es kühl und alle Welt steigt an mir vorbei. Du nicht. (ich weiß nicht, ob ich wöllte.) Du bleibst kurz, drehst den Kopf einmal ganz herum, dann zu mir, sagst: "Du atmest zu laut. Es lohnt sich, leiser zu atmen."
Dann drehst du die Sonne heller. Dann drehst du die Musik auf. Marschmusik. psychodelisch.
Ich sage Nein. Du erklärst mir, wie man die Luft anhält, dass das geht. Ich sage Nein. Du hältst die Luft an und zeigst, dass das geht. Ich sage Ja..
Du atmest und ich halte die Luft an.
Dann drehst du die Sonne heller. Dann drehst du die Musik auf. Marschmusik. psychodelisch.
Ich sage Nein. Du erklärst mir, wie man die Luft anhält, dass das geht. Ich sage Nein. Du hältst die Luft an und zeigst, dass das geht. Ich sage Ja..
Du atmest und ich halte die Luft an.
Donnerstag, 8. September 2011
Wenn ich fehle
Ich weiß auch nicht,
ob ich hier richtig bin.
Dieser Zucker schmeckt nach gestern
so ungebraucht.
Ich kenne meine Tränen nicht mehr
oder will nicht frieren.
Ich höre den nicht, den Klang
der Klinke, wenn du wirklich wartest.
Das dehnt die Zeit.
Das macht alle Zimmer leer.
Wenn ich fehle,
wer denn,
wer öffnet die Tür?
ob ich hier richtig bin.
Dieser Zucker schmeckt nach gestern
so ungebraucht.
Ich kenne meine Tränen nicht mehr
oder will nicht frieren.
Ich höre den nicht, den Klang
der Klinke, wenn du wirklich wartest.
Das dehnt die Zeit.
Das macht alle Zimmer leer.
Wenn ich fehle,
wer denn,
wer öffnet die Tür?
Dienstag, 12. Juli 2011
Leise die Nacht
Leise die Nacht,
vergib mir meine Schweigsamkeit,
ich tanzte und fiel von der Welt.
Jetzt bin ich Stern und sternenhell
und in der Düsterheit zerschellt
der laute Tag am Mondgesang.
vergib mir meine Schweigsamkeit,
ich tanzte und fiel von der Welt.
Jetzt bin ich Stern und sternenhell
und in der Düsterheit zerschellt
der laute Tag am Mondgesang.
Sonntag, 26. Juni 2011
Reisen
Ich bin auf Reisen.
Gleise, Kaffeeautomaten, Blicke umher zwischen Rolltreppen und Geschäften bin ich zwischen zwei Leben, die etwas mit mir zutun haben müssen, steht doch mein Name am Koffer, ein undeutlicher, unsicherer Schriftzug. Jetzt sind es nur Stunden, doch genauer gefühlt bin ich seit ewig unterwegs, seit ich glaubte, mich suchen, ja, finden zu können, irgendwo. An einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, vielleicht morgen, später, morgen.
Es wird jetzt klarer, es zeichnet sich langsam ab, unsicher, kraklig - dass ich wohl von mir selbst fortgegangen bin.
Lange vor Abfahrt, da muss ich gelebt haben, naiv, freundlich, voller Traum und ich schrieb Briefe und blieb bis in die Morgenstunden wach, ich hatte einen Wunsch, war diszipliniert und voll Freude, manchmal, voll Traurigkeit, manchmal, voll Leben, immer, und ich liebte. Einfach so.
Vielleicht bin ich des Wartens nur müde, vielleicht waren diese Tage auch trüb. Aber sie vergingen, wie ich in ihnen verging, ohne davon zu wissen. Ich hatte Grund, Tagebücher voll von Unsinn zu schreiben, aufzustehen, dieses Unsinns wegen, jeden Morgen wieder. Vielleicht war das Gnade, dieses leuchtende, kleinere Leben? Wie es auch jetzt Gnade ist, dieser winzige Ort im Nirgendwo, zwischen zwei Gleisen, Orten, Welten. Wo man nicht bleiben kann, wie man nirgendwo bleiben kann.
Und auch zurückgehen kann man nicht. Sicher, ich kann zum Automaten laufen, mir eine Rückfahrkarte kaufen, mit Bonusprogramm und Platzreservierung. Ich kann mir den gleichen Platz aussuchen wie zur Hinfahrt, die selbe Musik hören, alles gleich, und es ist doch nie mehr gleich. Denn, woher man kommt, dort haben sich alle Aufgaben aufgelöst, man kann sie nicht nachholen.
Ich bin also auf Reisen, und ich weiß nicht mehr, wohin. Ich war hier und dort, allein, zu zweit, allein. Allein. Und war ich zu zweit, dann war wenigstens einer von uns nicht wirklich da, hat sich vergessen, aufgelöst.
An welchem Bahnhof stehe ich? Wo habe ich mich verloren? Haben Bahnhöfe ein Fundbüro für die, die sich selbst aus den Augen verlieren? Die sich selbst nicht abholen, ausversehen?
Gleise, Kaffeeautomaten, Blicke umher zwischen Rolltreppen und Geschäften bin ich zwischen zwei Leben, die etwas mit mir zutun haben müssen, steht doch mein Name am Koffer, ein undeutlicher, unsicherer Schriftzug. Jetzt sind es nur Stunden, doch genauer gefühlt bin ich seit ewig unterwegs, seit ich glaubte, mich suchen, ja, finden zu können, irgendwo. An einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, vielleicht morgen, später, morgen.
Es wird jetzt klarer, es zeichnet sich langsam ab, unsicher, kraklig - dass ich wohl von mir selbst fortgegangen bin.
Lange vor Abfahrt, da muss ich gelebt haben, naiv, freundlich, voller Traum und ich schrieb Briefe und blieb bis in die Morgenstunden wach, ich hatte einen Wunsch, war diszipliniert und voll Freude, manchmal, voll Traurigkeit, manchmal, voll Leben, immer, und ich liebte. Einfach so.
Vielleicht bin ich des Wartens nur müde, vielleicht waren diese Tage auch trüb. Aber sie vergingen, wie ich in ihnen verging, ohne davon zu wissen. Ich hatte Grund, Tagebücher voll von Unsinn zu schreiben, aufzustehen, dieses Unsinns wegen, jeden Morgen wieder. Vielleicht war das Gnade, dieses leuchtende, kleinere Leben? Wie es auch jetzt Gnade ist, dieser winzige Ort im Nirgendwo, zwischen zwei Gleisen, Orten, Welten. Wo man nicht bleiben kann, wie man nirgendwo bleiben kann.
Und auch zurückgehen kann man nicht. Sicher, ich kann zum Automaten laufen, mir eine Rückfahrkarte kaufen, mit Bonusprogramm und Platzreservierung. Ich kann mir den gleichen Platz aussuchen wie zur Hinfahrt, die selbe Musik hören, alles gleich, und es ist doch nie mehr gleich. Denn, woher man kommt, dort haben sich alle Aufgaben aufgelöst, man kann sie nicht nachholen.
Ich bin also auf Reisen, und ich weiß nicht mehr, wohin. Ich war hier und dort, allein, zu zweit, allein. Allein. Und war ich zu zweit, dann war wenigstens einer von uns nicht wirklich da, hat sich vergessen, aufgelöst.
An welchem Bahnhof stehe ich? Wo habe ich mich verloren? Haben Bahnhöfe ein Fundbüro für die, die sich selbst aus den Augen verlieren? Die sich selbst nicht abholen, ausversehen?
Samstag, 4. Juni 2011
trotz alledem
So trat ich in mich ein
und es traf mich:
Trotz alledem -
Ich kann lieben.
Leicht.
Da wurde es leicht.
und es traf mich:
Trotz alledem -
Ich kann lieben.
Leicht.
Da wurde es leicht.
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