Ich bin auf Reisen.
Gleise, Kaffeeautomaten, Blicke umher zwischen Rolltreppen und Geschäften bin ich zwischen zwei Leben, die etwas mit mir zutun haben müssen, steht doch mein Name am Koffer, ein undeutlicher, unsicherer Schriftzug. Jetzt sind es nur Stunden, doch genauer gefühlt bin ich seit ewig unterwegs, seit ich glaubte, mich suchen, ja, finden zu können, irgendwo. An einem anderen Ort, zu einer anderen Zeit, vielleicht morgen, später, morgen.
Es wird jetzt klarer, es zeichnet sich langsam ab, unsicher, kraklig - dass ich wohl von mir selbst fortgegangen bin.
Lange vor Abfahrt, da muss ich gelebt haben, naiv, freundlich, voller Traum und ich schrieb Briefe und blieb bis in die Morgenstunden wach, ich hatte einen Wunsch, war diszipliniert und voll Freude, manchmal, voll Traurigkeit, manchmal, voll Leben, immer, und ich liebte. Einfach so.
Vielleicht bin ich des Wartens nur müde, vielleicht waren diese Tage auch trüb. Aber sie vergingen, wie ich in ihnen verging, ohne davon zu wissen. Ich hatte Grund, Tagebücher voll von Unsinn zu schreiben, aufzustehen, dieses Unsinns wegen, jeden Morgen wieder. Vielleicht war das Gnade, dieses leuchtende, kleinere Leben? Wie es auch jetzt Gnade ist, dieser winzige Ort im Nirgendwo, zwischen zwei Gleisen, Orten, Welten. Wo man nicht bleiben kann, wie man nirgendwo bleiben kann.
Und auch zurückgehen kann man nicht. Sicher, ich kann zum Automaten laufen, mir eine Rückfahrkarte kaufen, mit Bonusprogramm und Platzreservierung. Ich kann mir den gleichen Platz aussuchen wie zur Hinfahrt, die selbe Musik hören, alles gleich, und es ist doch nie mehr gleich. Denn, woher man kommt, dort haben sich alle Aufgaben aufgelöst, man kann sie nicht nachholen.
Ich bin also auf Reisen, und ich weiß nicht mehr, wohin. Ich war hier und dort, allein, zu zweit, allein. Allein. Und war ich zu zweit, dann war wenigstens einer von uns nicht wirklich da, hat sich vergessen, aufgelöst.
An welchem Bahnhof stehe ich? Wo habe ich mich verloren? Haben Bahnhöfe ein Fundbüro für die, die sich selbst aus den Augen verlieren? Die sich selbst nicht abholen, ausversehen?
Sonntag, 26. Juni 2011
Samstag, 4. Juni 2011
trotz alledem
So trat ich in mich ein
und es traf mich:
Trotz alledem -
Ich kann lieben.
Leicht.
Da wurde es leicht.
und es traf mich:
Trotz alledem -
Ich kann lieben.
Leicht.
Da wurde es leicht.
Mittwoch, 23. März 2011
"Wir können unser Herz dem Leben nicht entziehen, aber wir können es so bilden und lehren, daß es dem Zufall überlegen ist und auch dem Schmerzlichen ungebrochen zuschauen kann" - Hermann Hesse
Fünf Minuten
Du verlegst dein Gewicht auf das andere Bein und zwinkerst und sagst: "Fünf Minuten mehr oder weniger leben, was ist der Unterschied?" Ich stimme dir zu. Du lässt mich nicht los, denn du hast mich noch nie festgehalten. Und ich verabschiede mich auf meinen Heimweg. Weitere fünf Minuten, in denen ich keinem Fremden mein Herz offenbare.
Ankunft
Ich war am Meer und ich habe den Wind gehört in den Segeln abfahrender Schiffe. Und wie sie in See stießen, so blieb ich oft an den Fahrplänen stehen und las mir ins Gedächtnis: Abfahrt. So sehr war Flaute in mir, dass ich weder Steg noch Promenade, noch Möwen wirklich sah. Da fiel es mir ein: Wie wir manchmal unsere Segel nicht hissen und doch - nach keiner Reise - trotz allem irgendwo ankommen - und uns fragen, ob dies wirklich der Ort ist, an dem auch unsere Ankunft ans Brett geschlagen ist.
Donnerstag, 3. März 2011
im küchenlicht
im küchenlicht: eine späte nacht
tickt der tod und die tage im takt,
tanzen auch die sterne hinterm geschlossen dach - umhüllt
bin ich ist der küchentisch von gardinen
rundherum ganz umhüllt.
*
tickt der tod und die tage im takt,
tanzen auch die sterne hinterm geschlossen dach - umhüllt
bin ich ist der küchentisch von gardinen
rundherum ganz umhüllt.
*
Sonntag, 20. Februar 2011
um stark zu sein
~
Welch ermüdendes Gefühl, so die Wände hochzugehen bis einem schlecht wird vom Schweigen tausend sinnloser Worte. (So verstummt man die Wut im Herzen) Um stark zu sein.
Man muss den Mut verlassen, zuletzt: den bittersüßen Geschmack sich von der Zunge kratzen, denn das heißt jetzt alles zu vergessen. Die offengelebte Welt, die einem Zauber war.
~
Welch ermüdendes Gefühl, so die Wände hochzugehen bis einem schlecht wird vom Schweigen tausend sinnloser Worte. (So verstummt man die Wut im Herzen) Um stark zu sein.
Man muss den Mut verlassen, zuletzt: den bittersüßen Geschmack sich von der Zunge kratzen, denn das heißt jetzt alles zu vergessen. Die offengelebte Welt, die einem Zauber war.
~
Samstag, 12. Februar 2011
es tickt.tickt.tickt // tanzt der wind
Den Ton suchend, den einen,
der über alles stieg, den schwerelosen Sprung
/unmöglich hoch
Wo verflog sich der Klang des lachenden Vogels,
wer zerschlug die Sprache zu Fernweh nach ihr?
Verstimmter Abend, entklungener Morgen.
Die Tage haben ihre Stimmen verloren.
Es tickt. tickt. tickt. tanzt der Wind
noch immer draußen am Fenster vorbei.
der über alles stieg, den schwerelosen Sprung
/unmöglich hoch
Wo verflog sich der Klang des lachenden Vogels,
wer zerschlug die Sprache zu Fernweh nach ihr?
Verstimmter Abend, entklungener Morgen.
Die Tage haben ihre Stimmen verloren.
Es tickt. tickt. tickt. tanzt der Wind
noch immer draußen am Fenster vorbei.
Sonntag, 6. Februar 2011
es muss alles sein
Mir ist jetzt alles nur wildgewachsener Wald in einem Sumpf, in dem ich mein Zelt aufgespannt habe und auf Nacht warte. (macht das sinn, kakerlake?)
leb es einfach
Leb es einfach. Es wird durchlebt sein.
Wie der Zigeunerkasten im bunten Zelt der gefangenen Wünsche, so hat auch der Löwe hier einen Platz in der weiten Weite der irren Welt.
Nicht umsonst sprach der Zaun mit der Veranda im flexiblen Dialog über Haustürschwellen. (über diesen einen Schritt dahinüber.)
Leb es einfach. Es wird durchlebt sein.
Wie der Zigeunerkasten im bunten Zelt der gefangenen Wünsche, so hat auch der Löwe hier einen Platz in der weiten Weite der irren Welt.
Nicht umsonst sprach der Zaun mit der Veranda im flexiblen Dialog über Haustürschwellen. (über diesen einen Schritt dahinüber.)
Leb es einfach. Es wird durchlebt sein.
Abonnieren
Posts (Atom)